Gerbersdorf bis Mose

Gerbersdorf-Mose

Seit Jahrhunderten beherrscht das Schloss das Ortsbild von Moos.
Es war schon im 12. Jahrhundert der Mittelpunkt der Hofmark und hat eine wechselvolle Besitzervergangenheit hinter sich. Bild: e

Gerbersdorf, Mose, Engilidsdorf? Die Namen ließen schon erahnen, dass es um Gärmersdorf, Moos oder Engelsdorf ging. Viel zu erfahren gab es bei einem Vortrag von Christl Meiler beim Seniorennetzwerk Kümmersbruck.



Kümmersbruck. (e) Der Verein hatte in die Gaststätte Singer nach Engelsdorf geladen. Viele Interessierte kamen, um Wissenswertes über die Dörfer zu hören. Der Haidweiher (im Mittelalter "Weiher auf der Heyde") wurde schon lange, bevor ein Wirtshaus am Weg stand, so genannt, nämlich 1425. Mitte des 19. Jahrhunderts entstand das Rasthaus. Seine Bedeutung aber hatte der Haidweiher, wofür es auch heute noch Zeugen gibt, durch eine Ziegelhütte ganz in der Nähe des Wirtshauses, das von den Sautreibern, die jeden Freitag mit ihren Herden nach Amberg kamen, und von den Fuhrleuten auf dem Eisenerztransport nach Böhmen frequentiert war.

Im Frühjahr 1913 erwarb die deutsch-luxemburgische Hütten und Bergwerk-Aktiengesellschaft den rund 2,5 Kilometer langen Weiher für 96 000 Mark und ließ ihn trockenlegen. Der Erzabbau bestimmte somit den Ort. Überreste davon und Wanderwege sind heute noch zu sehen. Dafür werden sich aber die Gäste später in dem gut gehenden Nachtlokal kaum interessiert haben.

Eng verbunden ist Gärmersdorf mit den Soldaten, die 1960 in die fertige Schweppermannkaserne eingezogen sind. Das Panzerpionier-Bataillon kam in die für 1000 Soldaten ausgelegte Truppenunterkunft. Bis zur Eingemeindung 71/72 nach Kümmersbruck war Gärmersdorf eigene Gemeinde, hatte Feuerwehr und ein Dorfleben. Bis ins Jahr 1289 gehe der Name Gerbersdorf zurück, so die Referentin. Unter den Wirren des Dreißigjährigen Krieges hatte der Ort zu leiden. Gärmersdorf war oft von Hochwasser betroffen. Am 10. August 1807 schlug der Blitz und löste einen verheerenden Brand aus. Konrad Rubenbauer und weitere acht Höfe waren von den Flammen betroffen. Pöglbauer, Martlbauer - das sind heute noch bekannte Hausnamen in Gärmersdorf.

Paulusenlenz, Wastlbauer, Scharlbauer, Zammerbauer oder Schneidermichl - diese uralten Hofnamen kennzeichnen Engelsdorf. Daraus stammen auch die Engelsdorfer Moila (Hedwig Singer und Irmgard Hammer), mittlerweile gestandene Großmütter (Hedwig Trummer und Irmgard Kohl). Recht beschaulich ist er, der Ort Engelsdorf, der laut Christa Meiler 1166 geschichtlich erstmals genannt wurde. Seit 1395 hieß der Ort "Engelsdorff", seit dem 16. Jahrhundert wurde auf dem Erzberg bei Engelsdorf Erzbergbau betrieben, gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingestellt.

Dicke Mauern drei Stockwerke, ein Walmdach, eine massive Mauer auf allen vier Seiten, vier Türmchen und ein versumpfter Graben darum - das Wasserschloss ist das bemerkenswerteste Gebäude in Moos. Es war seit Jahrhunderten beherrschend für den Ort. Um 1120 wurde "Moß" erstmals erwähnt. Otto von Mose, Fridericus Mosaer, nach wechselvoller Besitzergeschichte erwarb der Gütler Leonhard Bernreuther nach Verkauf seiner Brauerei den Komplex. Die Kirche in Moos gehörte zum Schloss und dürfte in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts erbaut worden sein. Früher hatte Moos auch noch ein weithin bekanntes Wirtshaus, die Kaserne Gärmersdorf sorgte für regen Besuch und Bekanntheitsgrad. Ein Wirtshaus gibt's längst nicht mehr. Dafür hat die Jugend aus Moos einen Container ausgebaut und als Freizeitraum hergerichtet.

Gute Stimmung unter Sonnenschirm

Kümmersbruck. (e) Gut behütet waren die vielen Senioren, die trotz 27 Grad Hitze den Weg zum Fest im Garten des AWO-Seniorenzentrums in Kümmersbruck gefunden hatten. Rund 200 Gäste hatten sich eingefunden, viele Sonnenschirme hatten den Aufenthalt erträglich gemacht beim Sommerfest, das das Seniorennetzwerk Kümmersbruck e. V. veranstaltet hat. Das AWO-Seniorenzentrum hat dazu seinen schmucken Garten wieder zur Verfügung gestellt, wie Vorsitzende Carola Dirschka lobend hervorgehoben hat, und so profitierten nicht nur die älteren Bürger aus Kümmersbruck, sondern auch die Bewohner aus dem Senioren-Zentrum selbst. „Darauf kommt es uns auch an“, hat Carola Dirschka gesagt, „der Kontakt soll immer bestehen, die Seniorenheimbewohner sollen sich mit einbezogen fühlen“. 1. Bürgermeister Roland Strehl ging von Tisch zu Tisch, hat sich nach dem Wohlbefinden erkundigt. Und auch der Seniorenbeauftragte Werner Cermak sowie 2. Bürgermeister Hubert Blödt signalisierten durch ihre Anwesenheit die Bedeutung der Senioren für die Gemeinde.

Für Getränke hatte das Team des Seniorennetzwerks gesorgt. Weil noch dazu mit Lukas Donhauser, Raphael Gradl und Patrick Stolarczyk aus Köfering ein junges Trio schwungvolle Musik machte, haben sich alle Gäste richtig wohlgefühlt.

Palliativversorgung auch ambulant

Vortrag von Dr. Jochen Pfirstinger vom Klinikum St. Marien beim Seniorennetzwerk

Dr. Pfirstinger


Dr. Jochen Pfirstinger vom Klinikum Amberg ist Onkologe und Palliativmediziner.
Er leitet in St. Marien das Palli-Vita-Team, das auf die ambulante Versorgung von Patienten spezialisiert ist. Bild: e



Kümmersbruck. (e) Regen Zuspruch erfuhr die Veranstaltung des Kümmersbrucker Seniorennetzwerks mit dem Referenten Dr. Jochen Pfirstinger vom Klinikum St. Marien in Amberg. Dr. Pfirstinger ist Onkologe und Palliativmediziner, er leitet das PalliVita-Team, das auf die ambulante Versorgung von Patienten spezialisiert ist. In seinem Vortrag erklärte der Mediziner den Veranstaltungsbesuchern im Kümmersbrucker Rathaus bestehende Strukturen: "Menschen, die an einer nicht heilbaren und fortgeschrittenen Erkrankung leiden, finden zum Beispiel bei einem Hospizverein oder auf einer Palliativstation wie der im Amberger Klinikum Hilfe", sagte Dr. Pfirstinger.
Lebensqualität verbessern

Dort drehe sich alles darum, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und ihnen ihre Ängste zu nehmen. "Unser Team aus Ärzten, Pflegekräften und Therapeuten hilft den Patienten außerdem, belastende Symptome ihrer schweren Erkrankung so gut wie möglich zu lindern", informierte der Referent die ausschließlich älteren Besucher.

Seit Herbst 2016 gibt es laut Dr. Jochen Pfirstinger die Möglichkeit, dass entsprechende Fachkräfte auch Patienten auf anderen Stationen betreuen und behandeln. "Das nennt sich palliativmedizinischer Dienst, kurz PMD", ließ der Arzt wissen. "Er ermöglicht es uns, Patienten schon frühzeitig mitzubetreuen, bevor ein Aufenthalt auf der Palliativ-Station erforderlich ist, die auf einer anderen Station noch unter Diagnostik oder Therapien stehen", so Dr. Pfirstinger.

Betroffen gemacht hat die Zuhörer in Kümmersbruck, dass die Zeit in einer solchen Abteilung für die Patienten begrenzt ist: "Aufgrund der Regelungen für die Krankenversicherungen sind unsere Patienten im Durchschnitt etwa acht Tage bei uns. Danach gehen sie in ihr häusliches Umfeld zurück", war seine Auskunft für die besorgten Zuhörer. "Natürlich wird kein Patient mit weiter bestehenden Beschwerden entlassen, außerdem kann eine weiterführende Unterstützung in den eigenen vier Wänden dann beispielsweise ambulant durch das Palli-Vita-Team geleistet werden", meinte der Mediziner.

Seniorennetzwerk Kümmersbruck

Muttertags- und Vatertagsfeier

Muttertag 2017

(e) Das Seniorennetzwerk Kümmersbruck hat Mutter- und Vatertag zusammengelegt und gemeinsam mit dem VdK-Ortsverband im Pfarrsaal gefeiert. Auch Senioren des AWO Seniorenzentrums waren dabei. Die Besucher ließen sich Kaffee und Kuchen schmecken, während die Lintacher Sänger ein Lied anstimmten: "Ja, graiß enk Gott, ös liawe Leit, es gfreit uns, daß ihr komma seid." In der katholischen Kirche ist traditionell der Mai von der Mutter Gottes geprägt, und so hatten die Sänger Marienlieder im Repertoire. Stimmlich aufeinander abgestimmt, trafen die Sänger Otto Meier, Walter Jokiel, Hans Riesch, Hans Schwarz und Fritz Rumpler den Geschmack der Gäste. "Schiebt alles, was euch belastet, an die Wand", riet die Vorsitzende des Seniorennetzwerks, Carola Dirschka. Das taten die Senioren bei Liedern wie "Und d'Liab is wie a Bachl" oder "Warum bist Du gekommen, wenn'st schon wieder gehst" auch. Alle hatten Spaß daran. Freilich, ob die Aufforderung der Lintacher Sänger ("wer beichten möchte kann das jetzt bei uns im Pfarrsaal tun") auf fruchtbaren Boden gefallen ist, ließ sich nicht erkennen. Jedenfalls war es dem Seniorennetzwerk wieder mal gelungen, für die älteren Menschen der Gemeinde einen schönen Nachmittag zum Mutter- und Vatertag zu organisieren.

Senioren behalten ihre Stimme

Das Kümmersbrucker Seniorennetzwerk kommt bei seiner Zielgruppe bestens an: Zu diesem Schluss kamen die Verantwortlichen bei der Hauptversammlung. Die Institution ist ganz eng mit  ihrer Vorsitzenden Carola Dirschka verbunden, die den Verein ehrenamtlich und unermüdlich führt. Das wird sie auch weiter tun.

Vorstandschaft

Maria Schönberger, Anneliese Horst und Carola Dirschka (von links) bilden weiterhin die Führung des Kümmersbrucker Seniorennetzwerks. Bild: e

Kümmersbruck. (e) Die Förderung der Lebensqualität für ältere Menschen, die Begegnung der Generationen, die Angebote vernetzten - das ist die Maxime des Seniorennetzwerks. Es besteht mittlerweile zwölf Jahre und ist für die Senioren zu einem festen Begriff geworden. Inzwischen hat der Verein 92 Mitglieder.

Ihre Vorsitzende ist Carola Dirschka: Sie wurde bei der Jahreshauptversammlung einstimmig wiedergewählt. Ihr zur Seite stehen, wie sie es formulierte, weiter "der Motor" Anneliese Horst als 2. Vorsitzende und Maria Schönberger als Schatzmeisterin. Komplettiert wird die Führungsriege durch die Beisitzer Sabine Dippner, Maike Putz und Maria Sailer, während Gertrud Haas und Roland Strehl die Kasse prüfen.

Viele Themen abgedeckt

Der Verein konnte sich, dank vieler Spenden und Verkaufserlöse, selbst finanzieren und ein Plus erwirtschaften. So wird es wohl bei diversen Veranstaltungen weiterhin kostenlos Kaffee und Kuchen geben können. Dirschka ließ das Jahr 2016 Revue passieren. Vorträge über Vorsorge, Alzheimer, Demenz und Parkinson, Mangelernährung im Alter, die Regeln bei der Eingruppierung pflegebedürftiger Menschen, aber auch Fahrtüchtigkeit im Alter, Muttertags- und Vatertagsfeiern, Musikfeste, Brotzeit an der Vils und Ausbuttern, Maiandacht und ein ökumenischer Gottesdienst - das Seniorennetzwerk hat praktisch keine Nische offen gelassen.

Die Vorsitzende lobte auch die Zusammenarbeit mit dem AWO-Seniorenzentrum. "Das sieht alles so einfach aus, nach leichter Vorbereitung - das ist es aber nicht", würdigte Bürgermeister Roland Strehl die Verdienste des Seniorennetzwerks. Dieses sei mittlerweile auch überregional anerkannt. Es gelte, Danke zu sagen für die Arbeit im Ort und für die ältere Bevölkerung, was Seniorenbeauftragter Werner Cermak auch so sah. "Ihr stellt Lebensqualität für unsere Senioren in der Gemeinde mit her", betonte Strehl. Dirschka könne sich der Unterstützung durch die Kommune sein. Ein großer Schritt seien die Planungen für das Projekt seniorengerechtes Wohnen in Kümmersbruck, unterstrich Strehl.