Das Anliegen der Fernsehredakteurin Margot Unbescheid war es als Hauptreferentin beim Landkreis- Demenzforum nicht, einen Erfahrungsbericht unendlichen Leids zu liefern, sondern schonungslos von der Realität mit Alzheimer zu sprechen. Unbescheid unterstüzt seit vielen Jahren ihre Mutter bei der Betreuung ihres Alzheimer- kranken Vaters und wurde durch "lerning by doing" zu einer Spezialistin im Umgang mit Demenzkranken. Darüber hat sie ein Buch geschrieben: "In Liebe und Wut - wahre Superhelden geben nie auf". Sie berichtet von der schleichenden Krankheit und schildert das heutige Stadium, in dem sich ihr Vater (86) und ihre Mutter (78) befinden.

Margot Unbescheid schildert erfrischend offen Episoden mit ihrem Kranken, sprach von Erfahrungen mit Heimen und redete von der eigenen Angst. Alzheimer, so heißt es oft, sei eine "Angehörigenkrankheit" und die wahren Alzheimer - Experten seien die Angehörigen selbst. Das stimmt, doch in dieser Weise erscheinen sie der Referentin zu selten in der Öffentlichkeit. Gute Einzelberatung für pflegende Angehörige seien etwas sehr Wertvolles.

Selbsthilfegruppen seien ebenfalls ein Muss: Der Austausch mit anderen Angehörigen entlastet. Man hört nicht nur, wie es die machen, sondern stellt fest, dass man selbst über Erfahrung verfügt, die anderen weiter hilft. Sie warnte davor, eigene Überlastungssituationen nicht mehr wahrzunehmen.